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Deloitte-Studie zeigt Chancen und Risiken der M&A-Märkte in Osteuropa

Die wirtschaftliche Unsicherheit hat Investitionen stark zurückgehen lassen. Dennoch können kaufkräftige westeuropäische Unternehmen auch jetzt erfolgversprechende Deals in Osteuropa abschließen – es gibt sogar mehr attraktive Akquiseobjekte als zuvor. Unabhängig von betriebswirtschaftlichen und strategischen Aspekten sind Aktivitäten in den verschiedenen Ländern jedoch nicht ohne Risiken: Maßgebliche Faktoren sind die jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie kulturelle Eigenheiten. In der Studie „Finding Value – Navigating M&A Risks in Central and Eastern Europe“ analysiert Deloitte die zwölf wichtigsten osteuropäischen Staaten – und zeigt dabei teilweise deutliche Unterschiede bei der Risikoeinstufung auf. Danach sind die Risiken insbesondere in Russland, Litauen, Bulgarien und Rumänien signifikant gestiegen.

„Auch wenn die Krise die Volkswirtschaften Osteuropas stark geschwächt hat, bleibt diese Region gerade für westeuropäische Investoren auf absehbare Zeit ein wichtiger Wachstumstreiber. Einige Unternehmen sind sogar überzeugt, heute mehr Gegenwert denn je für ihr Geld bekommen zu können“, erklärt Freddy Strottmann, Partner Corporate Finance bei Deloitte.

Bürokratie ist größtes Hemmnis

Die Hauptrisiken bestehen in politischer, rechtlicher und kultureller Hinsicht sowie in den Bereichen Währung und Finanzen. Dabei befürchten Experten bürokratische Hemmnisse, Probleme bei der Kreditfinanzierung in der Landeswährung sowie Korruption und organisierte Kriminalität. Ferner sollten potenzielle Investoren auch den Schutz von geistigem Eigentum sowie die Möglichkeit des Land- bzw. Immobilienerwerbs beachten. Tatsächlich sind die Rahmenbedingungen in einigen Staaten Osteuropas schwieriger geworden – Auslandsinvestoren sind jedoch unverändert willkommen.

Top: Slowenien und die Slowakei

Musterschüler sind Slowenien und die Slowakei – beide gehören zu den Staaten mit dem geringsten Risiko. Slowenien ist politisch stabil, verfügt über das höchste Pro-Kopf-BIP der Region und eine gute Infrastruktur – allerdings sind die Lohnkosten hoch. Auch in der Slowakei wächst die Wirtschaft kräftig, zudem ist hier – wie in Slowenien – inzwischen der Euro eingeführt. Andererseits prägen eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit und eine zerstrittene Regierungskoalition das Land. Ebenfalls gering sind die Risiken in der Tschechischen Republik und in Polen – gerade Letztgenanntes bietet trotz großer regionaler Unterschiede besonders attraktive Zukunftspotenziale.

Entwicklungsbedürftig: Bulgarien und Rumänien

Am Ende der Risiko-Skala finden sich Nationen wie Serbien, Rumänien und Bulgarien. Serbien verfügt zwar über Wachstumspotenziale, jedoch auch über eine regional sehr unterschiedlich ausgeprägte Bürokratie. Überdies ändert sich die Gesetzeslage häufig, sodass nur unzureichende Rechtssicherheit besteht. Auch in Rumänien ist die Bürokratie übermächtig und es droht zudem ein rapider Währungsverfall. Bulgariens größtes Problem sind Kriminalität und Korruption – auf der Habenseite stehen dagegen niedrige Steuern und ebenfalls interessante Wachstumspotenziale. Die anderen untersuchten Staaten – Lettland, Litauen, Ungarn und Kroatien – bilden im Hinblick auf Risiken für Investoren das Mittelfeld. Dabei gehören fast überall Intransparenz, instabile Regierungen und Währungsrisiken zu den Minuspunkten.

Russland: Riese mit Risiken

Ein Sonderfall ist Russland: Das Pro-Kopf-BIP ist niedrig, die Regierung wird zunehmend autoritärer, der Schutz geistigen Eigentums ist schwach. Es gibt kaum mittelständische Unternehmen, es herrschen abweichende Rechnungslegungs- und Bilanzierungsstandards und die Korruption ist hoch. Dennoch gehört Russland zu den langfristig interessanten M&A-Märkten – allerdings mit entsprechend hohen Ansprüchen an die Due Diligence.

„Experten prognostizieren zum Teil erschreckende Zahlen für den osteuropäischen Raum: So soll beispielsweise das BIP im Gesamtdurchschnitt um fünf bis fünfeinhalb Prozent fallen. Allerdings ist die Entwicklung im gesamten Raum sehr heterogen – einige Staaten könnten die Krise durchaus nutzen, um ihre strukturellen Defizite zu beheben. Potenzielle Investoren tun also gut daran, den aktuellen Fortgang der Dinge genau zu beobachten, Risiken abzuwägen und gezielt zu investieren“, resümiert Dr. Elisabeth Denison, Leiterin Research bei Deloitte.

Die komplette Studie finden Sie unter www.deloitte.com/dtt/research/0,1015,cid%253D266180,00.html zum Download.

www.deloitte.com





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