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Business Travel Show erfasst Stimmungsbild der Geschäftsreisebranche

Die Veranstalter der Business Travel Show 2007 haben sich im Vorfeld der Geschäftsreisemesse, die vom 5. bis 6. September in Düsseldorf stattfand, dem brandaktuellen Branchenthema „Open Sky” angenommen. Bei einer Umfrage unter Leistungsanbietern und vorregistrierten Messebesuchern konnten interessante Erkenntnisse zu dem im Jahr 2008 in Kraft tretenden Abkommen zum Flugverkehr zwischen Europa und Amerika gewonnen werden.

Bei der Frage nach der Passagier-Entwicklung im transatlantischen Flugverkehr nach Einführung des Open Sky Abkommens hält die Mehrzahl der Leistungsanbieter die erwarteten 26 Millionen zusätzlichen Passagiere gleichbedeutend mit einem Plus von 34 Prozent binnen fünf Jahren für realistisch. Andere sind der Meinung, dass der voraussehbare Zuwachs der Transatlantik-Flüge lediglich zu einer Umverteilung des derzeitigen Passagieraufkommens führt. Entgegen der Annahme der EU-Kommission, die aufgrund des Abkommens 80.000 neue Arbeitsplätze prognostiziert, meint die Hälfte der befragten Leistungsträger, dass diese Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar ist. Rund 50 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gehen davon aus, dass durch den gesteigerten Wettbewerb sicherlich auch Marktteilnehmer und somit Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben, so dass sich die Arbeitsplatzentwicklung die Waage halten wird.

Hinsichtlich der publizierten Aussage, dass durch den Wegfall der zwischenstaatlichen Abkommen und ihrer Beschränkung der Verkehrsrechte bis zu zwölf Milliarden Euro in fünf Jahren eingespart werden können, sind die Meinungen der befragten Leistungsanbieter ebenfalls deutlich kontrovers: Während die Hälfte der Rückantworten Einsparungen im angekündigten Ausmaß für nicht realistisch benennt, ist die andere Hälfte der Aussteller der Meinung, dass die Reduzierung von Bürokratie und die damit einhergehende Liberalisierung von Marktrechten durchaus zu erheblicher Kostenminderung aller Beteiligten beiträgt. Hinsichtlich der Ankündigung, dass die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika im Rahmen des Abkommens die technische Zusammenarbeit zur Verringerung des Schadstoff-Ausstoßes durch den Luftverkehr verstärken wollen, gehen die Ansichten komplett auseinander: Für viele Leistungsträger passt es nicht zusammen, dass einerseits mehr transatlantische Flüge generiert und andererseits die Treibhausgase reduziert werden sollen. Andere meinen, wenn entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung des Schadstoff-Ausstoßes getroffen werden, ist die Erhöhung der Transatlantik-Flüge vertretbar. Dem steht die Aussage gegenüber, dass sich im Vergleich zu schadstoff-intensiven Zwischenlandungen Direktflüge sogar eher positiv auf das Emissionsniveau auswirken.

Die Mehrzahl der vorregistrierten Besucher der Business Travel Show waren sich bei der Umfrage einig, dass sich der gesteigerte Wettbewerb zwischen den Fluggesellschaften deutlich auf die Ticketpreise auswirken wird. Dabei wird von zahlreichen Besuchern die zunehmende Polarisierung von Ticketpreisen zwischen Billigflug und Komfortflug vermutet. Deutlich weniger Betroffene sind der Meinung, dass durch die höheren Frequenzen die Gebühren an den Flughäfen gesenkt werden und sich dadurch möglicherweise die Kosten für den Fluggast reduzieren. Nur etwa sechs Prozent der Besucher, die sich aus Geschäftsreise-Entscheidern, -Planern, -Buchern und Reisenden zusammen setzen, gehen von einer Änderung der Geschäftsreiserichtlinien im eigenen Unternehmen nach Einführung des Open Sky Abkommens aus. Rund 18 Prozent halten dies vielleicht für möglich, 28 Prozent können dazu noch keine Einschätzung geben und über 47 Prozent sind sich sicher, dass bei Inkraftsetzung des Open Sky Abkommens keine Änderungen der Reiserichtlinien vorgenommen werden. Dass die Wahl der Airline-Partner durch die neue Regelung beeinflußt wird, davon sind knapp 30 Prozent der Befragten überzeugt. Über 35 Prozent halten dies für möglich, während weniger als 22 Prozent keine Beeinflussung vorher sagen. Einig sind sich die meisten Unternehmensvertreter aus dem Geschäftsreisebereich darüber, dass durch die Deregulierung des Luftraums flexiblere Flugmöglichkeiten, mehr Wettbewerb durch die Entzerrung der Machtpositionen, sinkende Preise, ein größeres Angebot und mehr Direktflüge zu erwarten sind. Viele hoffen auf mehr Direktverbindungen zwischen kleineren Destinationen und mehr Buchungsalternativen. Allerdings wurden bei der Umfrage auch Befürchtungen formuliert, beispielsweise dass durch den zu erwartenden Verdrängungswettbewerb Überschaubarkeit des Angebots, Qualität und Sicherheit leiden werden. Letztendlich hat sich allein durch die Umfrage der Informationsbedarf aller Beteiligten erschlossen, so dass sich schon im Vorfeld der Business Travel Show 2007 abgezeichnet hat, dass das Open Sky Abkommen zu den hochbrisanten Themen der diesjährigen Messe zählte.





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