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Bürogebäude und Hangar stehen

Am neuen Autobahnanschluss des künftigen
Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) weist ein großes
Verkehrsschild Unternehmen und Kunden des Geschäftsflugverkehrs, der
General Aviation (GAT), den Weg. Einige hundert Meter weiter gibt es
bereits einen neuen Hangar und ein zweigeschossiges Bürogebäude. Hier
werde beispielsweise die Windrose Air einziehen, sagt der
Marketingchef der Berliner Flughäfen, Burkhard Kieker, am Mittwoch in
Schönefeld. Insgesamt 7,5 Millionen Euro investiere die
Flughafengesellschaft in die Erweiterung der bestehenden GAT-Anlagen.

Während die Auseinandersetzung um die Zukunft des Flughafens Tempelhof mit dem Volksentscheid am Sonntag an Schärfe zunimmt, hat die Flughafengesellschaft in Schönefeld längst die Voraussetzungen
für den Umzug der am Innenstadtflughafen noch operierenden Airlines
wie Windrose Air geschaffen. Wenn der Flughafen Tempelhof nach dem
Willen des rot-roten Senats Ende Oktober dichtgemacht wird, werden
die Geschäftsflieger nach Schönefeld und der Linienverkehr nach Tegel
ziehen.

Die Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (ICAT) hofft,
durch den von ihr initiierten Volksentscheid für den Weiterbetrieb
von Tempelhof als Verkehrsflughafen den Senat noch umzustimmen. Die
Landesregierung ist an das Ergebnis des Plebiszits allerdings
rechtlich nicht gebunden.

Ralf Kunkel, Pressesprecher der Berliner Flughäfen, lässt seinen
Blick von der 32 Meter hohen Aussichtsplattform des Info-Towers über
die weiträumige BBI-Baustelle schweifen. „Wer für Tempelhof ist,
torpediert BBI“, sagt er. Die Baugenehmigung für den BBI sei unter
der Voraussetzung erteilt worden, dass die Flughäfen Tegel und
Tempelhof geschlossen werden. Die Fortsetzung des Flugverkehrs in
Tempelhof gefährde juristisch den Bau des Großflughafens, betont
Kunkel. Der Sprecher lässt keinen Zweifel daran, dass der BBI wie
vorgesehen im November 2011 eröffnet wird: „Wir liegen voll im Plan.“

Bagger und Planierraupen bewegen riesige Erdmassen auf dem 2000
Fußballfelder großen BBI-Gelände. Der Verlauf der neuen südlichen
Start- und Landebahn ist schon deutlich zu sehen. Am weitesten
fortgeschritten sind die Arbeiten am unterirdischen Bahnhof, über dem
das Terminal nach Kunkels Angaben ab Mitte des Jahres gebaut werden
soll. Derzeit wird die Decke des Bahnhofs betoniert.



Zwei Milliarden Euro – so die Kalkulation – wird der Bau des BBI
den Bund, die Länder Berlin und Brandenburg und die
Flughafengesellschaft kosten. Bei einem so großen
Infrastrukturprojekt sei es zwar schwierig, im Kostenplan zu bleiben,
räumt Kunkel ein. Bislang sei dies aber gelungen.



Zur geplanten Inbetriebnahme des BBI ist der Flughafen auf 22 bis
25 Millionen Passagiere jährlich ausgelegt. Die Kapazitäten seien auf
bis zu 40 Millionen Fluggäste erweiterbar, sagt Kunkel. Daher seien
alle Behauptungen, der BBI wäre schon zum Zeitpunkt seiner Eröffnung
überlastet, rein interessengeleitet. Auch für den wachsenden
Geschäftsflugverkehr sei am BBI ausreichend vorgesorgt, fügt der
Sprecher hinzu.

von Michael Winckler ddp/wle/mwa





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