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Berliner Flughäfen weisen dies scharf zurück

Die Berliner Kammern haben vom Senat erneut die
Rücknahme des Schließungsbeschlusses für den Flughafen Tempelhof
gefordert. Der City-Airport sollte bis zur Eröffnung des Flughafens
BBI in Schönefeld als Verkehrsflughafen und anschließend
eingeschränkt für Geschäftsflieger genutzt werden, sagte der
Präsident der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK), Eric
Schweitzer, am Mittwoch. Die Berliner Flughäfen haben den Standpunkt
der Kammern scharf zurückgewiesen.

Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz ergänzte: „Für die
Wirtschaft ist das Offenhalten von Tempelhof außerdem aus
Kapazitätsgründen unbedingt notwendig.“ Angesichts des rasant
wachsenden Flugverkehrs würde BBI schon kurz nach der geplanten
Eröffnung im November 2011 an seine Kapazitätsgrenzen stoßen. Dann
könnte Tempelhof als Landeplatz für Geschäftsflugzeuge den BBI
entlasten.

Schweitzer fügte hinzu, die rot-rote Koalition müsse auch prüfen,
ob die Hauptstadt alle Flughäfen im Stadtgebiet aufgeben wolle,
während in Brandenburg rund um Berlin eine Vielzahl von Landeplätzen
für Geschäftsflieger ausgebaut würden.

Die Berliner Flughäfen haben die Kammern deutlich kritisiert. Von
Kapazitätsengpässen des BBI zum Zeitpunkt seiner Eröffnung und in den
Folgejahren könne keine Rede sein, sagte Pressesprecher Ralf Kunkel
auf ddp-Anfrage. Der BBI sei auf eine Anfangskapazität von 22 bis 25
Millionen Passagieren ausgerichtet. Sollten diese irgendwann
erschöpft sein, könne der BI bis auf eine Kapazität von 40 Millionen
Passagiere erweitert werden, ergänzte Kunkel. Dafür reiche es,
Terminalnebengebäude zu errichten.

Für Geschäftsflieger werde ein eigenes Terminal rechts vor dem
Hauptterminal errichtet, führte Kunkel weiter aus. „Das ist eine
absolute Premiumlage.“ Dort werde eine rasche Abfertigung der
Geschäftsreisenden ermöglicht. Überdies würden diese Anlagen für
Fluggesellschaften erweitert, die von Tempelhof zum BBI wechselten.
Die entsprechenden Investitionen betrügen 7,5 Millionen Euro.
Überdies werde der Flughafen Schönefeld bereits jetzt von
Geschäftsflugzeugen gut angenommen, wie das entsprechende Aufkommen
während der Berlinale gezeigt habe.

Die Kammern haben sich mit ihrem Anliegen zehn Tage vor dem
Volksentscheid am 27. April zur Zukunft des Flughafens Tempelhof zu
Wort gemeldet. Wenn eine Mehrheit der Teilnehmer und gleichzeitig 25
Prozent der Abstimmungsberechtigten (rund 610 000 Stimmen) für
Tempelhof votieren, ist der Volksentscheid erfolgreich. Für den Senat
hat der Volksentscheid allerdings keine rechtliche Bindung. Die
rot-rote Regierung will Tempelhof zum 31. Oktober schließen.

(Quellen: Schweitzer und Schwarz vor Journalisten, Kunkel auf
ddp-Anfrage)



Autor: Michael Winckler

ddp/wle/muc





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