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95 Jahre ILA – Chronik der ältesten Luftfahrtausstellung der Welt

Als im Juni 1992 die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung nach 64 Jahren wie-der an ihren ursprünglichen Standort in Berlin/Brandenburg zurückkehrte, feierte die ILA ihr vielbeachtetes Comeback in den Kreis der großen internationalen Messeereignisse der Branche. Seitdem findet sie alle zwei Jahre auf dem Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld statt. Für eine Woche rückt das Messegeschehen in den Mittelpunkt des Interesses von Ausstellern und Fachbesuchern aus aller Welt und einem begeisterten Publi-kum, das nicht nur das spektakuläre Flugprogramm mit Fluggeräten aller Größen und Kategorien verfolgt, sondern sich auch umfassend über alle Themen der Luft- und Raum-fahrt anschaulich informieren kann.

Wenn vom 10. bis 16. Mai 2004 die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung zum siebenten Mal auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld ihre Pforten öffnet, wird sie mit rund 1.000 Ausstellern aus 40 Ländern einen weiteren Höhepunkt in ihrer 95jährigen Geschichte setzen. Bis zu diesem Meilenstein in der Geschichte der ältesten Luftfahrtaus-stellung der Welt galt es jedoch einen langen Weg zu beschreiten, der mit den Höhe-punkten der internationalen Luftfahrt und – seit den 60er Jahren – auch der Raumfahrt gepflastert wurde.

Wiege der Luftfahrt in Berlin/Brandenburg

Dieser Weg begann am Anfang des letzten Jahrhunderts, mit der Durchführung der er-sten ILA im Jahre 1909. Der erste Schritt aber erfolgte 1891, als Otto Lilienthal vom Bran-denburgischen Windmühlenberg zu seinem ersten Gleitflug abhob und den Traum des Menschen vom Fliegen einleitete. Lilienthals Gleitflüge waren der Start zur rasanten Ent-wicklung der Fliegerei und damit auch der Start zu Versuchen, die neuesten Errungenschaften der Fliegerei einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Durchbruch gelang den Frankfurter Stadtvätern. Sie schafften es, erstmals eine Internationale Luftfahrt-Ausstellung (ILA) in Deutschland auszurichten. Die erste ILA dauerte vom 10. Juli bis 17. Oktober 1909 rund 100 Tage und war die erste eigenständige Luftfahrtmesse der Welt. Wenige Wochen später öffnete die Luftfahrtmesse in Le Bourget am 25. September 1909 erstmals ihre Pforten. Was im Sommer 1909 den ILA-Veranstaltern in Frankfurt/Main nach nur einem Vorbereitungsjahr der faszinierten Bevölkerung und Fachwelt präsentiert wur-de, war ein umfassender Überblick über den Stand des Luftschiffbaus und der Flugtechnik in Deutschland.

Gezeigt wurden Luftschiffe der Konstrukteure Zeppelin, Parseval, Cluth und Ruthenberg, Ballone, Luftfahrtgeräte und mehrere Flugzeuge in der Sektion „Flugapparate und deren Modelle“. Star der Ausstellung war ein Flugzeug der Gebrüder Wright, das von Schauflügen in Berlin für eine Woche nach Frankfurt geholt wurde. Bilanz der ersten ILA: 500 Aussteller sowie eineinhalb Millionen Besucher.

Im Anschluss an die erste ILA schlossen sich im April 1910 auf Anregung des Flugzeug-konstrukteurs August Euler zahlreiche Flugvereine zum deutschen Flieger-Bund zusammen. Kurz darauf wurde in Frankfurt am Main der Verband der deutschen Flugzeugindus-triellen gegründet. Damit war auch die direkte Verbindung zwischen der ILA und dem späteren Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) hergestellt, die bis heute Bestand hat. Die Geschichte Berlin-Brandenburgs ist seit Lilienthals ersten Flugversuchen immer wieder mit Entwicklungen der nationalen und internationa-len Luftfahrt verknüpft. Nicht von ungefähr fand daher die Nachfolgeveranstaltung der ersten ILA an der „Wiege des Menschenfluges“ statt.

Verkaufsschlager „Gelber Hund“

1912 bot die ALA (Allgemeine Luftfahrtausstellung) in Berlin in diesem historischen Um-feld eine Leistungsschau deutscher Flugtechnik. Alle bekannten Flugzeugwerke der damaligen Zeit waren dort präsent. Ein Highlight: August Eulers Doppeldecker „Gelber Hund“, an dem nach kürzester Zeit bereits ein Schild angebracht wurde mit der Aufschrift: „An einem Tage achtmal verkauft“. Großes Aufsehen erregte Rumplers Tauben-Limousine, das Modell eines Verkehrsflugzeuges für drei Passagiere mit voll verkleideter Kabine.

1928: „Oktoberfest“ unterm Funkturm

Fast 20 Jahre nach der ersten ILA und zehn Jahre nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Deutschland erneut eine Internationale Luftfahrtausstellung: im Oktober 1928, wieder in Berlin. Zu dieser Zeit feierte die Öffentlichkeit noch begeistert die erste Ost-West-Überquerung des Atlantischen Ozeans mit einer Junkers W 33 „Bremen“ mit der Besat-zung Köhl, von Hünefeld und Fitzmaurice. Durch dieses Ereignis wurde auch die amerikanische Öffentlichkeit auf die Leistungen der deutschen Luftfahrttechnik aufmerksam, und entsprechend groß war der Andrang zur ILA ’28 auf dem Messegelände am Kaiserdamm in Berlin. Unter dem zwei Jahre zuvor errichteten Berliner Funkturm präsentierte sich in drei Ausstellungshallen die Luftfahrtindustrie aus 19 Ländern. Rund 150 Flugzeuge, viele Triebwerke und nahezu alles, was mit der Fliegerei zusammenhing, konnte vom 7. bis 28. Oktober 1928 von Publikum und Fachwelt bestaunt werden. Alle deutschen Flugzeughersteller von Rang und Namen zeigten ihre neuesten Entwicklungen, vom leichten Sport- und Schulflugzeug BFW M 21 bis zum viermotorigen Dornier Superwal. Eine besondere Attraktion der ILA 1928 war ein Sternflug von 40 Flugzeugen mit dem Ziel Berlin-Tempelhof, auf dem damals 21 der gestarteten Maschinen tatsächlich landeten.

Neuanfang in Langenhagen

Als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg 1955 seine Lufthoheit zurückbekam, war der Grundstein für eine „Internationale Reiseflugzeugschau“ gelegt, die 1957 im Rahmen der Industriemesse auf dem Flughafen Langenhagen gezeigt wurde. Sie war der Vorläufer einer mehr als dreißigjährigen ILA-Tradition in Hannover. Zunächst als Deutsche Luftfahrt-schau, firmierte sie aufgrund der immer stärker werdenden internationalen Ausrichtung der Messe ab 1978 erstmals wieder unter ihrem traditionsreichen Kürzel von 1909 als „ILA“. Mit dem Besuch einer sowjetischen Delegation von Ingenieuren und Politikern auf der ILA ’88 und mit einer eindrucksvollen Präsentation der sowjetischen, ostdeutschen und osteuropäischen Luft- und Raumfahrtindustrie auf der ILA ’90 wuchs die Bedeutung der Ausstellung als Drehscheibe für den Ost-West-Dialog.

Zurück zu den Ursprüngen nach Berlin/Brandenburg

Durch die gravierenden politischen und wirtschaftspolitischen Veränderungen in Europa seit dem Fall der Berliner Mauer wurde der Umzug der ILA zurück an ihren historischen Standort möglich. Die ILA ‘92 stellte auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld nachdrücklich ihren Anspruch als eine der weltweit wichtigsten Luft- und Raumfahrtausstellungen unter Beweis. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Attraktivität durch den alten und neuen Standort im Herzen eines immer enger zusammenrückenden Europas. Die ILA erhielt als östlichste Luft- und Raumfahrtmesse im Westen und westlichste Messe im Osten eine besondere Drehscheibenfunktion für die Ost-West-Kontakte im Aerospacebereich.

Die geschäfts- und marktorientierte Ausrichtung der Internationalen Luft- und Raum-fahrtausstellung führte bei der ILA ‘94 zur Entwicklung des „ILA means business“-Konzepts. Dies umfasste neben der eigentlichen Fachausstellung der nationalen und in-ternationalen Industrie ein umfangreiches Konferenzprogramm ebenso wie das weltweit einzigartige East/West Aerospace Center, das bei der ILA ‘94 ins Leben gerufen wurde. Gleichzeitig bot die ILA mit dem Slogan „Airlebnis ILA“ ein ausgesprochen pub-
likumsattraktives Informations- und Showprogramm.

Damit war der Grundstein für die Erfolgsgeschichte einer der international bedeutendsten Aerospace-Messen gelegt. Mit der Rekordbeteiligung von 578 Ausstellern aus 30 Ländern zeigte die ILA ‘96 die gesamte Palette von Produkten und Dienstleistungen aus der Luft- und Raumfahrttechnologie. Das breitgefächerte Konferenzprogramm beinhaltete 59 Kongresse nationaler und internationaler Veranstalter. Das East/West Aerospace Center bewährte sich erneut als Katalysator für das Ost/West-Geschäft. Mit 266 Fluggeräten am Boden und in der Luft präsentierte die ILA das auf vergleichbaren Messen größte Angebot. 216.500 Besucher, darunter 75.000 Fachbesucher, strömten 1996 zum Ausstel-lungsgelände auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld.

Dass die ILA als die am schnellsten wachsende Aerospace-Messe gilt, wurde 1998 eindrucksvoll unterstrichen. Mit rund 825 Ausstellern aus 32 Ländern, über 226.000 Besu-chern (davon 82.000 Fachbesucher) sowie 278 Fluggeräten war die ILA ‘98 die bis dahin größte und teilnehmerstärkste Veranstaltung. Sie bestätigte ihren Stellenwert als zentraler Marktplatz für alle Geschäftsfelder der Luft- und Raumfahrt, unter anderem auch mit der Bekanntgabe und Unterzeichnung von Geschäftsabschlüssen in zweistelliger Milliardenhöhe. Mehr als 50 Konferenzen wies das ILA-Kongressprogramm auf. Die Sonderausstel-lung „50 Jahre Berliner Luftbrücke“ würdigte die nach wie vor größte Lufttransport-Operation aller Zeiten in einer 1.500 Quadratmeter großen Zelthalle.

Spektakuläre Geschäftsabschlüsse, mehr Fachbesucher aus dem In- und Ausland und ein starker Publikumsansturm: Die ILA2000 erfüllte mit richtungsweisenden Entscheidungen in der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie die hohen Erwartungen der Branche und bot dem privaten Publikum mit einem Flugprogramm der Spitzenklasse die gesamte Faszination des Fliegens. Bei dreieinhalb Fachbesuchertagen strömten vom 6. bis 12. Juni insgesamt 212.000 Besucher auf das Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld. Die Anzahl der Fachbesucher erhöhte sich im Vergleich zur ILA ’98 auf 84.000 Fachbesucher. Bereits zur Messe-Halbzeit bilanzierten die Aussteller Verträge und Optionen im Gesamt-wert von über 50 Milliarden DM. Damit stellte die ILA2000 ihre Rolle als wichtiger euro-päischer Handelsplatz für die gesamte Luft- und Raumfahrtindustrie eindrucksvoll unter Beweis. Mit einer Rekordbeteiligung von 941 Ausstellern aus 38 Ländern zeigte die bis-lang größte, teilnehmerstärkste und internationalste ILA sieben Tage lang Produkte, Systeme und Dienstleistungen aus der gesamten Luft- und Raumfahrttechnologie.

Mit Geschäftsabschlüssen und Kooperationsvereinbarungen in Milliardenhöhe, 1067 Aus-stellern aus 41 Ländern, 100.000 Fachbesuchern aus dem In- und Ausland und der Ge-samtzahl von 215.150 Besuchern bestätigte die Internationale Luft- und Raumfahrtau-stellung ILA2002 erneut ihren Stellenwert als wichtiger europäischer Handelsplatz für die gesamte Luft- und Raumfahrtindustrie. Ein neuer Rekord von 340 angemeldeten Flugge-räten und ein Flugprogramm der Spitzenklasse rundeten das Bild ab. Rund 60 messebegleitende Konferenzen – darunter politische Leitveranstaltungen wie der „XIX. International Workshop on Global Security and the War on Terrorism“, die Airbus-Ministerkonferenz und der „1. Internationale Parlamentariertag“ unterstrichen den Kompetenz- und Qualitätsgewinn der ILA. Als Besuchsziel politischer Prominenz, angeführt von Bundeskanzler Gerhard Schröder, unterstrich die Fachmesse ihre Bedeutung als Plattform einer strategischen Schlüsselindustrie. Rund 3.400 Journalisten aus 70 Ländern berichteten von den Ereignissen auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung.

Eine noch stärkere fachliche Ausrichtung durch einen weiteren Fachbesuchertag wird die ILA2004 vom 10. bis 16. Mai kennzeichnen. Die Veranstaltungsstruktur der Luft- und Raumfahrtmesse sieht dann vier Fachbesucher-Tage (10.-13.5.) vor, an die sich drei Tage (14.-16.5) mit attraktiven Angeboten vor allem für das Privatpublikum inklusive einer sehenswerten Flugshow anschließen. Die ILA2004 wird unter anderem auch im Zeichen der Osterweiterung der NATO und der Europäischen Union stehen, die am 1. Mai 2004 geplant sind. Veranstaltet wird die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung auf dem Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI), Berlin, sowie der Messe Berlin GmbH

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